Gyantse

Auf angenehm geteerten Straßen ging es in einer Fahrt von ca. 2 Stunden nach Gyantse.

Erste Station war der Kumbum-Tschörten, eine Pagode bzw. Stupa, die als begehbares mehrstöckiges Mandala aufgebaut ist. Angeblich das einzige seiner Art, aber noch kein Weltkulturerbe. Man geht im Uhrzeigersinn um das Mandala herum und hinauf. An jeder geraden Wand führt eine Tür in eine Kapelle, in der Götter- und Dämonenstatuen aufgestellt sind. Die Pilger gehen in jede Kapelle hinein, lassen 1 Yuan zurück (ca. 10 Cent) und gehen dann weiter. Mir ist nicht ganz klar, ob sie damit wirklich die Götter oder Dämonen besänftigen wollen (furchterregend genug sehen sie aus) oder ob das ganze einen anderen Sinn hat.

Kumbun

Um 12 gingen wir zum Mittagsgebet der Mönche im angeschlossenen Kloster. Die Gesänge sind wirklich sehr meditativ.

Dummerweise habe ich vergessen, auf Obertöne zu achten, aber ich bin mir sicher, es gab welche.
Zum Mittagessen etwas neues: Als wir das Restaurant betraten, wurden die schon dort sitzenden zusammengedrängt bzw. in ein anderes Zimmer geschickt. Peinlich, peinlich, aber der Restaurantbesitzer meinte wohl, das machen zu müssen. Wir warfen den Verdrängten entschuldigende Blicke zu, aber die nahmen das ganze mit Humor.

Während die anderen das Fort von Gyantse bestiegen bummelten Elfi und ich durchs Städtchen. Unser lokaler Guide wies uns mal wieder in die total falsche Richtung, aber schliesslich fanden wir selber die Altstadt. Hier wohnen die Tibeter noch so wie vor 500 Jahren. Das ganze wirkt sehr mittelalterlich. Die Gässchen haben nur Erde, nicht einmal Kopfsteinpflaster. Vor den Häusern lagert das Baumaterial (Lehmziegeln) und gelegentlich muht einem eine Kuh entgegen, wenn man in eine Gasse hineinschauft. In die Höfe kann man i.a. nicht hinein schauen, denn die Türen sind verschlossen. Die Torbögen und Türen sind sehr farbenfroh ausgeschmückt. Immerhin sind die SStraße sauber, aber ein bißchen Renovierung könnte bestimmt auch den Menschen dort nicht schaden (wenn es nicht in der Abrissmanie der Chinesen geschieht).

Gyantse

Auf dem Rückweg gabelten wir am Stadtrand von Xigaze noch zwei Mönche auf, die dort ihre Wäsche gewaschen hatten und zurück zum Tashilumpokloster wollten.

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