Diu Fort – Portugiesen und Katholiken in Diu

Der lokale Guide, der uns am Eingang des Forts von Diu erwartet, hat am Hiinterkopf ein paar Haare, die länger sind als seine Stoppelfigur. Ein religiöses Zeichen. Er spricht ein paar Worte Deutsch, denn er hat schon zwei Jahre in Berlin verbracht. Aber es war ihm zu kalt dort, er mag keine Rollkragenpullover. Mir ist es heute morgen eindeutig zu heiß und ich trotte hinterher, bevorzugt den Schatten suchend, einmal um das Fort von Diu herum bis hinüber zum Leuchtturm.

Mitte des 16. Jahrhundert erlaubte der Sultan von Gujarat im Rahmen eines Verteidigungsbündnisses gegen den Mogulkaiser den Portugiesen die Errichtung eines Forts und einer Garnison in Diu. In der Folge wurde mehrfach versucht, das Fort und Diu zurückzuerobern. Erst 1961 wurden Diu wieder Teil von Indien.

Rundherum stehen Kanonen, immer wieder sieht man “Kanonenbällchen” (Zitat Ravi :-). Unter den Mauern und unter dem inneren Gelände führen Geheimgänge teilweise auch aus dem Fort heraus. Irgendwo hier soll es einen Goldschatz geben, aber noch hat ihn keiner gefunden. Wir auch nicht ;-). Das einzige was hier glänzt wie Juwelen sind die grünen Papageien, die in den Mauern nisten.

[zenphotopress album=340 sort=sort_order number=30]

Gegenüber einem Hinduheiligtum steht ein Kreuz, das nachts mit roten Glühlampen leuchtet. Darunter hat jemand Blumen verstreut. Waren das nun Hindus oder Christen?
Auch in der einzig verbleibenden aktiven katholischen Kirche in Diu schauen wir vorbei. Oben von der Decke kommen Stimmen, zwei Handwerker sind am renovieren. Ein Netz hält herunterfallenden Putz auf. Der Kreuzgang ist verwildertes Grün. Der Altarraum – ich hätte ihn nicht automatisch als katholisch erkannt. Dunkles Holz, zwei Altäre hintereinander, dahinter lange Kerzen vor einer blau beleuchteten Madonna. Sehr ungewohnt.
Ravi ist zum zweiten Mal in seinem Leben in einer Kirche und fragt, was die einzelnen (Heiligen-)statuen darstellen. Im Nachhinein frage ich mich, ob er sie vielleicht für Götterstatuen hält und was seine hinduistische Denkweise wohl daraus macht.

[zenphotopress album=341 sort=random number=3]

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.