Alang – wo Schiffe und Menschen ihr Ende finden

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Nicht weit von Bhavnagar gibt es den zweithöchsten Tidenhub der Erde. Alle zwei Wochen steigt die Flut so weit, dass Schiffe mit eigener Kraft an Land setzen können. In den zwei Wochen zwischen der Flut bleibt einer Ameisenarmee von Arbeitern dann Zeit, dieses Schiff abzuwracken.

Die Arbeitsbedingungen hier, so sagt man, sind indisch. Das heißt, der Arbeitsschutz wird vernachlässigt. Scharfe Kanten ohne Schutzkleidung, Asbest ohne Atemschutz.  Gift, Arsen und Schwermetalle. Und unendlich viel Arbeit und unendlich viel Profit. Man spricht von 60 Toten im Jahr, auch wenn dies abgestritten wird.

Seit dem Greenpeace über den Schiffsfriedhof berichtet und im Zusammenhang mit dem französischen Flugzeugträger Clemenceau erfolgreich protestierte, haben Presse und auch westliche Touristen erhebliche Probleme, näher an die Abwrackarbeiten heran zu kommen. So sieht man nur die Ergebnisse. An der kilometerlangen Straße, die an Alang heran führt reiht sich eine Lagerhalle an die nächste: Rettungswesten, Rettungsringe, Schiffstüren, Shampooflaschen, Schränke, Sofas, Spielzeug, Klappbetten, King Kong und Jane, Holzwerkstätten, immer wieder Taue und Rohre. Alles, was sich findet, wenn ein Schiff ausgeweidet wird, sei es Kreuzfahrtschiff oder Kriegsschiff. Fundgrube, für die die das Ausgefallene suchen und bereit sind, zu vergessen, unter welchen Bedingungen es gefördert wird.

Wer mehr über Alang erfahren will, kann z.B. bei DW-World nachschauen. Bei Google Maps sieht das so aus:


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