Ein Tag im Nebel

Ich habe geschlafen in dieser Nacht. Trotz immer wieder aufheulendem Motor und trotz dem Wecker, den ich auf zwei Uhr Nachts gestellt hatte in der irrigen Hoffnung auf Sonnenuntergangsstimmung statt Watte. Und trotz der Armbanduhr, die um halb drei klingelte, weil ich vergessen hatte, sie auszustellen. Und obwohl das Nebelhorn die ganze Nacht dröhnte. Wenn man direkt davorsteht ist das eine Lautstärke kurz vorm Hörschaden. Zum Glück ist es in unserer Kabine sehr gedämpft. Wir haben ja unser Ruderblatt ;-)

Morgens ist der Nebel immer noch da und mindestens genauso dick wie gestern Abend.
Ein Nebelbogen zieht sich quer über den Horizont. Beide Enden enden vor uns im Meer. Da müssen Schätze verborgen sein. Schätze der Natur, aber man sieht sie nicht. Der Bogen ist weiß, der Rand braun, ein Mitreisender erkennt sogar Farben. Ich krame den Polfilter raus. Stimmt: Der Nebel wird weisser, der Bogen wird deutlicher und farbiger.

Die geplanten Touren fallen aus. Stattdessen bilden wir uns. Denis erzählt von Arktisexpeditionen in Vergangenheit und Gegenwart. Und Troels berichtet vom Eis in all seinen Formen.

Abends fängt es an zu wiegen. Wir sind aus dem Kanal neben der Disco Insel raus und im offenen Meer. Die ersten merken ihren Magen. Gott sei Dank ist dies meinem Magen meistens egal.

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