Walrösser nach Mitternacht

Jan fragt, wer Walrösser sehen will. Natürlich wollen wir das alle. Als er meint, so ein Uhr nachts sagen auch nur zwei "Nein".
Soll man nun erst schlafen gehen oder wach bleiben? Ich entscheide mich fürs wach bleiben, weil ich Sorge habe, beim Losfahren dann total müde zu sein.

Gegen halb Eins kommen die Walrösser von Poole Pynten in den Blick, kleine Hügel auf einer Inselspitze. Wenig später kann ich im Fernglas die Stoßzähne erkennen. Kurz darauf setzen wir über und landen in einer Entfernung von vielleicht 300 Metern außerhalb des Blickfeldes der Tiere, laufen hinüber und nähern uns langsam an. Jan beäugt die Tiere misstrauisch und lässt uns dann bis auf eine Entfernung von vielleicht 30 Metern heran. Alle sind still oder flüstern höchstens.

Die Tiere liegen in der nicht vorhandenen Sonne und machen tatsächlich nichts außer schnauben, sich kratzen und gelegentlich den Kopf ganz leicht heben. Nur eines tanzt aus der Reihen und streckt immer wieder die Fussflossen in die Luft.

Gerade in dem Moment, als zwei der (durchgehend) Bullen im Wasser auftauche, müssen wir gehen.

Es ist nach Drei, als wir ins Bett kommen.

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