Ankerwache

Ich hatte mich gestern Abend für die Ankerwache gemeldet und Kathrin mitgezogen. Daher klingelt der Wecker heute schon um zwanzig vor Vier. Wir werfen uns in unsere Jacken und sind schon fast fertig als Barbara, die Mutter von Lars, zum Wecken kommt.

Lars erklärt die GPS-Karte auf dem Brücken-Laptop. Bisher war noch nicht viel los. Nur sehr schönes Licht zwischen Eins und Drei.
Ich setze mich mit Blick aufs GPS und wir beobachten, wie das Schiff im Halbkreis Zickzack im Sorgfjord fährt. Wir sollen zum Beispiel darauf achten, ob es größere Kursabweichungen gibt. In der vorletzten Nacht hatte sich das Schiff beispielsweise einmal vom Anker losgerissen. Bevor das die Drei auf der Ankerwache bemerkten, war der Kapitän aber schon oben. Joachim schläft nämlich direkt neben der Ankerkette und bekommt daher größere Bewegungen gleich zu hören.
Die Gefahr, daß sich ein Gletscher kalbt oder ein Eisberg dem Schiff zu nahe kommt besteht hier im Sorgfjord nicht so sehr. So können wir einfach die Ruhe genießen.

Kathrin und ich unterhalten uns über Fotokurse und über ihre Suche nach einer Psychologie-Praxis, in der sie sich einkaufen kann, und wir nutzen beide die Gelegenheit, in Ruhe die Brücke zu fotografieren.

Draußen kreist ein Möwenschwarm um einen aufgehäuften Steinhaufen auf der Spitze eines Hügels, der den Fjord überblickt.

Um kurz vor Sieben gehe ich Lilian, Lore und Juan wecken und sie kommen zur Ablösung. Und lege mich bis halb Neun nochmal hin.

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