Drake Passage

Laut Ellen und Rolf war dies eine harmlose Nacht für die Drake Passage. Nun ja, ich hoffte nur, dass die noch anstehenden drei Nächte auf Hin- und Rückfahrt ähnlich harmlos bleiben würden. Beim Aufstehen war ich mir auf jeden Fall unsicher, ob ich überhaupt heute an Deck gehen sollte (Habe ich natürlich doch gemacht, war auch gar nicht so schlimm).

Das Frühstück aß ich trotzdem mit Appetit. Es gab Frühstücksbüffet mit Müsli und Cornflakes und frisch gebackenem Brot.

Mit gut gefülltem Magen versuchte ich dem ersten Vortrag zu folgen. Es war ein Geologievortrag über Plattentektonik. Lag es am vollen Magen oder an der durchwachten Nacht. An Rolf jedenfalls – der den Vortrag hielt – lag es nicht, dass ich fast einschlief. Nach dem Mittagessen legte ich mich daher lieber noch mal ins Bett. Danach war es mir doch etwas flau. Aber das gab sich, als ich rausging.

Nachmittags beobachteten wir vor, während und nach den wissenschaftlichen Vorträgen bei strahlend blauem Himmel die Albatrosse und Sturmvögel, die auf dem Verwirbelungen hinter dem Schiff surften.

Nachmittags folgte ein weiterer Vortrag, diesmal über die frühe Entdeckungsgeschichte der Antarktis und gehalten von Monika.
Schon die alten Griechen wussten von der Arktis und davon, dass die Erde eine Kugel ist. Bis in die Antarktis waren sie aber nicht vorgedrungen. Aber sie folgerten, dass auch am anderen Ende der Erde ein Kontinent sein müsste – sozusagen um das Gleichgewicht zu halten.

Die Antarktis selber wurde aber erst im Neunzehnten Jahrhundert entdeckt, dann aber richtig. Viele kennen die Geschichte von Shakelton, aber er war nicht der einzige, der sich nach einem Schiffsbruch durch Wellen und Meer zurück in bewohnte Gebiete durchschlagen musste.

Gleich im Anschluss an diese sehr interessanten Geschichten hörten wir noch Teil 2 des Geologie-Vortrages – „Plattentektonik der Antarktis“.Gegen Sechs wurde es draußen empfindlich kalt, so dass Kathrin und ich das Warme aufsuchten. Schon kurz nach dem Essen legte ich mich schlafen. Mir war im Bett so kalt, das mir eine zweite Decke holte (das russische Zimmermädchen verwechselte „pillow“ mit „blanket“). Außerdem musste ich – ausgerechnet – beim Schlucken der Seekrankheitstabletten spucken. Im Nachhinein war das aber der schlimmste Effekt der Schaukelei.

Auch Kathrin ging früh schlafen, sie fühlte sich nicht so gut. Da war eine Erkältung im Anflug.

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