Jade, Minggräber, die chinesische Mauer und TCM

Das Hotelfrühstück war grösstenteils kontinental, gemischt mit ein paar chinesischen Nudeln. So kann man die Essensumstellung (die sich schon im Magen bemerkbar macht) langsam angehen.

Heute war eine Tour mit Werner (Chinese!), unserem Guide von CITS, angesagt.

Wir besuchten zuerst eine Jadefabrik, Dort wurde uns der Herstellungsprozess von Jadeschmuck vorgeführt (gekauft hat aber keiner was).

Nächste Station waren die Ming-Gräber. Dies ist eine Grabanlage mit 13 Kaisergräbern aus der (?!) Mingdynastie. Eingang zu diesem einmal für das normale Volk unter Todesstrafe verbotenenem Grabareal ist die heilige Straße, eine Prozessionsallee, die von Tieren, Beamten und Fabelwesen aus Stein gesäumt wird.

Minggräber

Nur eines der Gräber ist bisher geöffnet und zugänglich. Es hat aber keineswegs die Pracht, wie man sie z.B. aus Ägypten kennt. Stattdessen ist es gross und kalt und leer. Mir war nicht ganz klar, ob das nur an der Präsentation liegt oder aber an der damaligen Jenseitsvorstellung.
Interessanter fand ich das Museum mit den Grabbeigaben. Siegfried ist Goldschmied und konnte einiges zur Qualität des dort ausgestellten Kunsthandwerks erzählen. Wir waren beeindruckt.

Über Mittag besichtigten wir eine Cloisonne-Fabrik. Hier werden emaillierte Kupfergegenstände hergestellt, in einem sehr aufwändigen vielfach wiederholten Brennvorgang. Das Ergebnis war für meine Augen eher chinesisch kitschig, aber es gab vereinzelt sehr schöne Stücke dazwischen.
Ich hoffe nur nicht, das sich in den nächsten Tagen Fabrikbesuch an Fabrikbesuch reiht.

Jetzt stand der erste Höhepunkt unserer Chinareise an: Die grosse Mauer. Auf chinesisch eigentlich die „lange“ Mauer. In der Nähe von Beijing sind lange Teile dieses über 5000 km langen Bauwerks restauriert und man kann sie besteigen. Man hat einen guten Blick auf die umliegenden Landschaft.

Chinesische Mauer

Sehr interessant ist es, die Menschen beim Hinaufsteigen zu beobachten: Die Kinder scheinen problemlos hinaufzulaufen. Alte Ehepaare um die 80 erfüllen sich einen Lebenstraum und strahlen trotz der Mühen auf den steilen Stufen über das ganze Gesicht.
Und eine Schüler-Bigband auf Austausch aus Deutschland verursachte einen kleinen Auflauf.

Letzter Programmpunkt dieses angefüllten Tages war der Besuch einer Klinik für traditionell chinesische Medizin. Dort konnte man sich den Puls fühlen lassen (eigentlich die Pulse, denn es gibt mehr als einen). Die Diagnose war allerdings eher vorhersehbar, fast jedem wurde empfohlen weniger fettreich zu essen. Sehr erholsam nach den Anstrengungen des Tages war dann die anschliessende Rücken- und Fussmassage.

Der Tag endete in einer grossen Runde bei einem köstlichen chinesischen Essen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.