Der Tempelberg

Die Gruppe traf sich um neun am Damaskustor und lief zur Klagemauer (wo am Sabbat nicht fotografiert werden darf) und von dort aus den Weg hinauf zum Tempelberg. Vom Weg aus hat man einen Blick hinunter auf die Ausgrabung einer alten Strasse, auf deren Steinen mit hoher Sicherheit schon Jesus gegangen ist. Das Niveau von Strassen und Tempelberg war vor 2000 Jahren erheblich niedriger als heute.

Der Tempelberg ist am Tag nur kurze Zeit geöffnet (Freitags gar nicht) und im Gegensatz zu christlichen Heiligtümern muss man für den Felsendom und die Al Aqusa Moschee Eintritt zahlen (was in diesem Fall Studiosus für uns tat). Die Mosaike in beiden Gebäuden sind beeindruckend, aber so viel, wie in einer christlichen Kirche gibt es nicht zu sehen. Wir berührten im Felsendom den Stein, auf dem angeblich der Fußabdruck des Pferdes von Mohammed zu sehen ist. Der Felsendom ist übrigens keine Moschee. Er „überdacht“ nur den gerade erwähnten Stein, auf dem der Sage noch schon Abraham – je nach Lesart Isaak oder Ismael – opfern hatte wollen.
Wieder zurück auf dem Vorplatz erklärte uns Ulli, wie wohl der zweite Tempel ausgesehen hat. Dort, wo jetzt die Al Aksa Moschee steht, war früher das Haus der Geldwechsler und Opferverkäufer, wo Jesus aus Entrüstung darüber die Tische umwarf. Wo jetzt der Felsendom steht wird wohl der Tempel gestanden haben. Der zuletzt errichtete Tempel wurde übrigens von Herodes gebaut.
Der Felsendom erstrahlt fast in derselben Pracht, wie schon nach seiner Erbauung vor mehr als 1000 Jahren.

Barbara und ich aßen in der selben leckeren Falafelstube wie am Tag zuvor. Nachdem auch Barbara sich den Felsendom von innen angesehen hatte und nach einem kurzen Abstecher zum Herodestor, wo ich mir Ersatz für meine defekten Fotoapparat besorgte, wanderten wir zum Ölberg und besichtigen den Garten Gethsemane (die Olivenbäume sind allerdings „nur“! 1000, nicht 2000 Jahre alt) und die Kirche der Nationen, fotografierten den Tempelberg und trafen bei Dominus Flevit eine deutschen Franziskaner. Der Blick auf vom Ölberg auf die Altstadt ist schon beeindruckend.
Danach trugen uns unsere schweren Füsse zum Hotel. Abendessen gab es in einem hervorragenden italienischen Restaurant in der Neustadt.

Übrigens
Die Kerne des Johannisbrotbaumes wiegen genau 0,2 Gramm oder 1 Karat.

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